23 Nov 2009

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Designer – Selbstvermarktung online

Für Designer bieten sich online sehr viele Möglichkeiten Geld zu verdienen, sich selbst bekannter zu machen und ein gutes Onlineprofil zu erarbeiten. Dabei ist der kreative Teil noch der geringste Part, es geht hier um eine ganzheitliche Selbstkampagne, die alle Möglichkeiten und Facetten der Onlinewelt ausschöpft und damit dem Designer ganz neue Perspektiven und Einnahmequellen verschafft…

Die meisten Designer arbeiten als Freelancer oder Festangestellte für Design- und Werbeagenturen, haben hier und da ein paar Vektors oder Templates in verschiedenen Stocklibraries, die vielleicht maximal 100 Euro im Monat einbringen und sind es soweit zufrieden. Die wenigsten, der selbst sehr talentierten Designer haben eine eigene Portfolio Webseite oder gehen ihre Selbstvermarktung so systematisch an, wie die Jobs, die sie tagtäglich für andere erledigen. Wenn es darum geht diesen Misstand zu entschuldigen ist der der häufigste Satz, den ich in diesem Zusammenhang höre: “ich habe so viel Arbeit und dafür nun wirklich keine Zeit, das ist jetzt nicht so wichtig, ich habe ja einen Job (oder genügend Aufträge)!”

Das finde ich wirklich sehr schade, denn eigentlich ist die perfekte Vermarktung seiner Arbeit der Schlüssel zum Erfolg eines jeden Designers!

Hey die Welt da draußen wartet auf eure Designs, auf verrücktes, schönes, schräges, auf neues visuelles Futter!

Ich starte hier nun einen How-to Leitfaden für die bessere Online-Vermarktung der eigenen Arbeit, den ich wöchentlich um ein weiteres Kapitel ergänzen werde. Dies soll ebenfalls als Working Progress angesehen werden, d.h. jeder darf gern etwas zu diesem Thema beisteuern oder ergänzen…

TEIL I

Online Portfolio erstellen.

1. Brainstorming und Ideensfindung.

Stellen Sie sich einfach vor, Sie selbst sind Ihr Kunde, sehen Sie sich und Ihre Arbeit in einem möglichst neutralen Abstand. Betrachten Sie Ihre bisherige Arbeit und versuchen Sie die Aspekte herauszufiltern, die Ihre Stärken und Spezialisierungen darstellen und die möglicherweise einzigartig sind, finden Sie Ihren eigenen USP (unique selling preposition) und richten Sie Ihr Portfolio darauf aus. Je stimmiger Ihr Portfolio erscheint, desto professioneller wirkt es und wird entsprechend besser angenommen.

Folgende Fragen können bei diesem Proezess helfen:

Was habe ich bisher gemacht, in welche Bereichen habe ich die meiste Erfahrung?

Welche Arbeiten haben die grösste Anerkennung gewonnen?

Was macht mir am meisten Spass?

Wohin möchte ich mich entwickeln, bzw. was möchte ich anbieten?

Welches Publikum, bzw. welche Art von Kunden möchte ich erreichen?

Entwerfen Sie ein grobes Konzept Ihres Portfolios und suchen Sie Ihre repräsentativsten Arbeiten heraus, nehmen Sie sich dafür viel Zeit, denn dies ist die Basis auf der Ihre gesamte Selbstvermarktung fußen wird.

2. Marktanalyse.

Analysieren Sie nun eingehend Ihre Konkurrenz und verschaffen Sie sich einen guten Überblick was jetzt im Trend ist, was gut ankommt und wie andere ihr Onlineportfolio gestalten. Geben Sie in google die Hauptkeywörter wie Designer, Designagentur, Design, Grafik, Graphic, designstudio etc. ein und überlegen Sie sinnvolle Keywort-Kombinationen für Bereiche in denen Sie sich spezialisiert haben (wie z.B. 3D-Design oder WordPressdesign etc.).
Schauen Sie auf diesen Portfolio- und Designdirectories vorbei (diese Linkliste ist später für die Vermarktung Ihres Portfolios auch sehr wichtig):

http://www.behance.net
http://www.dexigner.com/directory
http://www.designlicks.com
http://www.selected-webdesign.com
http://www.xemion.com
http://www.designfirms.org/directory
http://www.designdirectory.com
http://directory.designer.am
http://www.design-agency.com
http://ddir.org
http://designers-network.com
http://www.britishdesigninnovation.org

Ergänzungen zu dieser Liste sind immer willkommen!

Ok also Sie haben ein grobes Portfolio-Konzept gebastelt und sich im Netz umgesehen was die Konkurrenz so treibt und die ein oder andere Inspiration davon mitgenommen.

3. Rebrainstorming

Überdenken Sie nun Ihr Konzept, lassen Sie die Inspirationen von anderen Portfolios mit einfliessen und entwickeln Sie ein stimmiges Ganzes. Sehr wichtig hierbei ist eine genaue Zielgruppen, bzw. Marktausrichtung, es macht wenig Sinn ein Portfolio breit anzulegen, wenn Sie sich bisher nur auf eine bestimmte Richtung oder ein Stil/Branche festgelegt haben, konzentrieren Sie sich auf diesen Bereich und analysieren Sie möglichst genau die relevanten Keywörter und Keywort-Kombinationen dafür (z.B. Flashanimation, Illustration grunge, Typography Art). Bedenken Sie hierbei unbedingt ob Sie eine globale Zielgruppe ansprechen wollen, denn gerade wenn Sie sich auf einen bestimmten Aspekt/Branche/Stil spezialisiert haben ist es sehr empfehlenswert ein möglichst grosses Publikum anzusprechen – in diesem Fall sollten Sie Ihr Portfolio unbedingt auch auf englisch anbieten (die meisten Portfolios kommen eh mit wenig Text aus). Schreiben Sie den englischen Text nicht selbst, wenn Sie nicht absolut fehlerfrei und stilsicher sind, es gibt Übersetzer, die Ihnen günstig die Texte übersetzen können, Ein Text, der Fehler enthält hinterlässt einen sehr negativen Gesamteindruck und der User hat nach einigen Fehlern keine grosse Lust mehr weiterzulesen…

4. Gliederung und Struktur Ihres Portfolios

Gliedern Sie Ihr Portfolio sinnvoll und denken Sie immer daran, dass sich der User innerhalb von maximal zwei Sekunden orientiert haben muss und weiter klicken kann. Zu exotische oder experimentelle Menüführungen sind dabei ein absolutes Eigentor! Je einfacher die Navigation funktioniert, desto schneller wird der User Ihre eigentlichen Arbeiten zu Gesicht bekommen und das ist es worauf es beim Portfolio eben ankommt. Versuchen Sie das Portfolio selbst eher zurückhaltend aber passend zu Ihrer Arbeit zu gestalten, selbst wenn Sie sehr experimentell und wild arbeiten – nehmen Sie sich bei der Gestaltung Ihres Portfolios lieber etwas zurück und lassen Sie Ihre Arbeiten selbst zur Geltung kommen.

5. Umsetzung Ihres Online-Portfolios

Wenn Sie keine Ahnung von der technischen Umsetzung einer Webseite oder eines Portfolios haben ist es wirklich sehr anzuraten einen fachkundigen Kollegen mit dieser Aufgabe zu betrauen, denn lange Ladezeiten, rudimentäre HTML-Strukturen wirken sich sehr negativ auf Ihr Online-Portfolio aus. Wenn Sie ein wenig Geld investieren können, dann rate ich Ihnen lieber dazu Ihr gesamtes Portfolio von jemand anderem umsetzen zu lassen, geben Sie ein genaues Briefing und Ihre Layouts dem Webdesigner Ihres Vertrauens und befreien Sie sich von dieser technischen Seite Ihres Onlienportfolios, so können Sie auch Ihren inneren Schweinehund austricksen (gerade beim Umsetzen kann es sich sehr in die Länge ziehen) und dafür jemand anderem auf die Füsse treten…

Sowieso ist die Hilfe von Designerkollegen sehr hilfreich durch Anregungen und Kritik, seien Sie offen dafür was andere zu Ihrem Portfolio sagen, zeigen Sie das Konzept in seiner Layoutfassung so vielen wie möglich und sammeln Sie wertvolle Verbesserungsvorschläge bevor Sie an die Umsetzung Ihrs Portfolios gehen.

Wichtig ist, dass es in einem tabellenfreien, sauberen CSS gecodet wird und allen Anforderungen an eine moderne Webseite entspricht. Dazu werde ich hier an anderer Stelle noch mehr ins Detail gehen.

Wenn Sie nicht viel Zeit haben, aber ein bisschen was von HTML und CSS verstehen könnte es sich auch anbieten ein professionelles, hochwertiges Template zu kaufen und mit Ihren Inhalten zu befüllen. Ein neuer Trend sind auch Portfolio-Blogs wie dieser hier, der den entscheidenen Vorteil des Blogs (wenn er regelmässig upgedatet wird) mit Ihrem Portfolio verbindet, so dass Sie es mit der Vermarktung desselben später dann wesentlich einfacher haben werden.

Soweit Teil I – Teil II folgt ASAP

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